Projekte 2023

Gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern setzte bzw. setzt Organizing Germany (vormals: DICO Gesellschaft für Community Organizing gGmbH bzw. Aufbruch e.V.) folgende Kooperationsprojekte um:

Aktivierende Befragung in Köln

Das Deutsche Institut für Community Organizing (DICO) der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) organisierte im Auftrag der Stadt Köln von August 2023 bis Februar 2024 eine Aktivierende Befragung im rechtsrheinischen Köln. Im Fokus der Befragung standen die Sozialräume Mülheim-Nord/ Keupstraße und Ostheim-Neubrück.

Diese beiden Sozialräume sind gekennzeichnet durch eine Heterogenität in Teilhabepraktiken. Es gibt einerseits Einwohner:innen, die seit vielen Jahren in die stadtteilbezogene Praxis eingebunden sind. Diese Personen beteiligen sich an der Gestaltung des Gemeinwesens auf unterschiedliche Weise, u.a. auch im Rahmen der Stadtteilkoordination. Andererseits gibt es in den Sozialräumen Einwohner:innen, die über bestehende Angebote nicht zu aktivieren sind.

Ziel der Aktivierenden Befragung ist es, mehr über die Themen der Menschen in ihrem Sozialraumgebiet zu erfahren und zur Mitwirkung vor Ort anzuregen. Es geht darum, die Lebensqualität und die Teilhabechancen im Stadtteil zu verbessern und insbesondere jenen Menschen Gehör zu verschaffen, die sich bisher eher wenig oder gar nicht an der Gestaltung oder Verbesserung des Gemeinwesens beteiligen. Die Ergebnisse sollen in die Sozialraumgebietsanalyse, die zurzeit erstellt wird, einfließen. Im Mittelpunkt der Aktivierenden Befragung stehen dabei Familien mit minderjährigen Kindern.

Da insbesondere Familien Zielgruppe der Aktivierenden Befragung sind, werden die Menschen auch vor Familienzentren, Kitas, Schulen, Spielplätzen und öffentlichen Orten etc. angesprochen. Durch die Wahl verschiedener Orte soll die Breite der Zivilgesellschaft erfasst und insbesondere Gruppen erreicht werden, die sonst kaum an Befragungen teilnehmen.

Für die Projektumsetzung wurde mit der COD Community Organizing Deutschland gGmbH kooperiert. Als Befrager:innen wurden vorrangig Multiplikator:innen aus den Sozialräumen eingesetzt.

Interreligiöser Runder Tisch in Duisburg (IRT DU)

Auf Initiative von Mitgliedern der Bürgerplattform DUaktiv und mit Unterstützung der DICO Gesellschaft für Community Organizing wurde 2021 der Interreligiöse Runde Tisch Duisburg gegründet. Ziel ist es, sich persönlich und die Religion des anderen besser kennenzulernen und in Duisburg einen interreligiösen Austausch zu fördern und mögliche Vorurteile abzubauen. In 2022 fanden neben Besuchen in verschiedenen Duisburger Religionsgemeinschaften am 09.04. ein Interreligiöser Tag in Rumeln, der aus einem religiösen Impuls in der evangelischen Kirche und dem gemeinsamen Fastenbrechen in der Moschee der DITIB-Gemeinde bestand sowie am 01.06. eine Führung durch den Garten der Religionen in Recklinghausen statt. Am 02.02.2023 lud der Interreligiöse Runde Tisch Duisburg zu einem Lesungs- und Podiumsdiskussionsabend mit Burak Yilmaz, dem Autor des Buches „Ehrensache. Kämpfen gegen Judenhass“, mit jeweils einer/ einem christliche:n, jüdische:n und muslimische:n Referent:in sowie „Expert:innen aus dem Publikum“ ein. Zu der Veranstaltung im Saal der Jüdischen Gemeinde kamen rund 130 Teilnehmer:innen und diskutierten über interkulturelle Jugendarbeit in Duisburg. Im Nachgang zu diesem Abend setzten Mitglieder des Interreligiösen Runden Tisches Duisburg die Diskussion am 09.03. mit Marijo Terzic, dem Leiter des Kommunales Integrationszentrums sowie am 15.03. beim muslimischen Familienbildungszentrum MINA e.V. fort. Am 28.07. und am 26.10.23 nahmen 20 bzw. 30 Interessierte an einem Interreligiösen Rundgang durch den Stadtteil Hochfeld teil. Mit dem Besuch von verschiedenen Kirchen, Moscheen und anderen Orten von Glaubensgemeinschaften in Hochfeld wollten die Mitglieder des Interreligiösen Runden Tisches ausloten, ob sie zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Jahr 2027, die u.a. in Duisburg-Hochfeld stattfinden wird, im Rahmen des IGA-Begleitprogramms ein interreligiöses Angebot machen können. Zum Jahresende nahmen Mitglieder des IRT DU beim Ökumenischen Barbara-Gottesdienst in der Kranhalle der Hüttenwerke Krupp Mannesmann sowie am jüdischen Chanukka Fest auf dem Theatervorplatz in Duisburg teil. Seit August 2023 wird der Interreligiöse Runde Tisch Duisburg vom Projekt WEISST DU WER ICH BIN? der drei großen Religionen in Deutschland und dadurch vom Bundesinnenministerium und der Deutschen Islamkonferenz gefördert.

Gefördert durch:

Alleinerziehende in Duisburg stärken

Von August 2022 bis Dezember 2023 nahm die Bürgerplattform DUaktiv mit dem Projekt „Starke Mütter, starke Väter – wie bekomme ich mein Kind betreut?“ Alleinerziehende in Duisburg in den Blick. Durch das Projekt, das von der Stiftung Alltagsheldinnen – gemeinnützige Stiftung für die Rechte von Alleinerziehenden – gefördert wurde, sollte alleinerziehenden Müttern und Vätern sowie ukrainischen Müttern mit Kindern zwischen 0 und 6 Jahren die Möglichkeit gegeben werden, sich für strukturelle Verbesserungen bei der Kinderbetreuung in Duisburg stark zu machen. Schließlich trifft der Mangel an Kitaplätzen in Duisburg auch Alleinerziehende und geflüchtete Mütter aus der Ukraine, die hier de facto alleinerziehend sind. Als Erstes wurde eine Zuhörkampagne gestartet, um durch aufsuchende Arbeit ein Bild davon zu bekommen, welche Bedürfnisse Ein-Eltern-Familien bezüglich der Kinderbetreuung haben. Durch viele Einzel- und Gruppengespräche mit Alleinerziehenden und Hauptamtlichen, die sich für Alleinerziehende einsetzen, fiel auf, dass die Probleme und Herausforderungen von Alleinerziehenden in Duisburg sehr vielschichtig sind. Eine Reduzierung auf das Thema Kindergartenplätze wäre deutlich zu eng gefasst gewesen. Darüber hinaus fiel auf, dass Alleinerziehende in Duisburg keinen Verein und keine Interessenvertretung haben, in der sie sich vernetzen, austauschen und für ihre Belange einsetzen können. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Stadtmitte die Idee, die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse von Alleinerziehenden in Duisburg mittels eines Fragebogens näher kennenzulernen. Ziel des Fragebogens war es, die Themen zu identifizieren, die Alleinerziehende in Duisburg beschäftigen und mehr über ihre „Gefühlslage“ und über ihre Wünsche INTERRELIGIÖSER RUNDER TISCH DUISBURG (IRT DU) für mögliche Angebote zu erfahren. Um diejenigen auch persönlich miteinander zu vernetzen, die sich ehrenamtlich für die Belange Alleinerziehender engagieren möchten, organisierten die Bürgerplattform DUaktiv und das DRK-Bildungswerk am Samstag, 16. Dezember 2023 das erste Duisburger Vernetzungstreffen für Alleinerziehende.

Koordinierungsstelle Islamforum Berlin

Das Land Berlin hat im Jahr 2023 eine externe Koordinierungsstelle für das Islamforum ausgeschrieben, dessen Trägerschaft die COD gGmbH übernommen hat. Ziel ist, die im Islamforum vertretenden muslimischen Organisationen fachlich zu unterstützen. Zudem soll die Koordinierungsstelle als Bindeglied zwischen den im Islamforum vertretenen muslimischen Organisationen und der Dienstelle der Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration fungieren, um die Abstimmungsprozesse in dem Gremium zu optimieren.

Aktivierung des Amtes für öffentliche Ordnung der Stadt Köln gegen Alltagsdiskriminierung in Köln (2023)

Über die Anbindung an die Bürgerplattform STARK! im Kölner Norden sollten Menschen, die potenziell von Alltagsrassismus betroffen sind, über die dort engagierten unterschiedlichen Moscheevereine und Geflüchteteninitiativen für Handlungsoptionen im Rahmen von Alltagsdisk riminierungserfahrungen sensibilisiert und in eine aktive Mitgestaltung der kommunalen Antidiskriminierungsarbeit einbezogen werden. Dazu sollte auch der Nachbarschaftsraum des Fundus Köln-Nord e.V., in welchem zuvor schon Antidiskriminierungsberatung durch Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. stattgefunden hat, als Ort und Anlaufstelle zum Thema gestärkt werden. Das Projekt hatte drei Ziele: Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Sensibilisierung der Stadtverwaltung, Stärkung von Menschen mit All tagsdiskriminierungserfahrungen. Alle teilnehmenden und erreichten Personen gehen mit einem erhöhten Bewusstsein über die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Fall von Diskriminierungsfällen aus diesem Projekt hervor. Für nachhaltige Wirkungen auf Seiten der Stadt Köln besteht weiter die Hoffnung, dass die angestoßenen Maßnahmen auf Richtlinienebene nun zur Umsetzung kommen und somit ihre nachhaltige Wirkung entfalten können.

Gefördert durch:

Vom Druckstudio zum Animationsfilm:
Das kreative Erwachen im Zeichentrickstudio Hellersdorf!

Im Herzen von Hellersdorf wurde ein kreatives Studio ins Leben gerufen, das Zeichenkunst und Filmemachen auf revolutionäre Weise kombiniert: das „Zeichentrickstudio Hellersdorf“. Hier hatten die Teilnehmer die einmalige Gelegenheit, in die faszinierende Welt des Druckens einzutauchen und gleichzeitig ihre eigene animierte Geschichte zu kreieren.

Von den tiefen Geheimnissen des Hoch- und Tiefdrucks bis hin zum kreativen Experimentieren wurde jeder Schritt sorgfältig kuratiert, um den maximalen Lerneffekt zu erzielen. Es war nicht nur ein technischer Workshop, sondern auch eine Reise zur Entdeckung des eigenen künstlerischen Ausdrucks. Unsere jungen Künstler entwickelten nicht nur Charaktere für ihre Filme, sondern gaben ihnen auch durch die innovative Stop-Motion-Technik Leben.

Ein Highlight des Studios war die Upcycling-Initiative. Wer hätte gedacht, dass Alltagsgegenstände und „Müll“ in beeindruckende Kulissen verwandelt werden könnten? Unsere Teilnehmer taten genau das und ergänzten ihre Collagen mit handverlesenen Naturmaterialien. Das Ergebnis? Ein fesselnder Stop-Motion-Film, der Kreativität, Technik und Umweltbewusstsein vereint.

(Projektträger: Aufbruch e.V.)

Gefördert durch:

Kunst, Kultur & Sprache

Von Februar bis April 2023 führten wir ein Projekt durch, das sich an geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine richtete, die in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben. Das Projekt sollte ihnen praktische Alltagssprache und grundlegende Fähigkeiten vermitteln, die für ein erfolgreiches Leben in Deutschland erforderlich sind. Die Koepjohann’sche Stiftung war Förderer dieses Projekts, das auf dem von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt geförderten Projekt im letzten Jahr aufbaute.

Die Umstellung auf ein neues Leben in einem fremden Land stellt eine große Herausforderung für die Menschen dar. Deshalb war es wichtig, ihre Bedürfnisse und Interessen in Diskussionen zu berücksichtigen und ihnen durch künstlerische Methoden bei der Verarbeitung von Traumata zu helfen. Kunst und Kultur leisteten einen wertvollen Beitrag dazu, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen und sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

Olena (Charkiw)

„Vielen Dank für die Unterrichtsstunden! Es war eine „Insel“ der Ruhe und Freude in all diesen Tagen. Die Kurse haben uns motiviert zu lernen, die Liebe zur deutschen Sprache geweckt und uns gute Laune geschenkt! Ich danke euch für alles.“

Anna, Arina (Kyjiw)

„Die Projektstunden waren immer sehr interessant und lehrreich. Sie haben den Deutschunterricht für uns noch interessanter und „lebendiger“ gemacht. Es wurden auch viele wunderbare Exkursionen für uns organisiert! Die freundliche Atmosphäre war großartig! Es ist schwer zu glauben, dass es vorbei ist!“

Gefördert durch: